Streifzug

Die Hegestraße. In Hamburg.

[Juli 2016] Er entsteht gerade. Der Streifzug. Durch die Hegestraße in Hamburg. Und wir möchten, dass Sie dabei sind. Sie als Mensch, Ladeninhaber/in, Besucher/in, Künstler/in oder in welcher Funktion auch immer. Vielleicht sind Sie auch nur interessiert am schnellen Einkauf im Supermarkt, vielleicht gehören Sie aber auch zu den regelmäßigen Besuchern der Stadtführungen und Stadtteilführungen.

Wir, die Macher dieser Seite, möchten Ihnen einen spannenden Streifzug bieten – der in den nächsten Wochen und Monaten ausgebaut wird. Wir würden uns freuen, wenn Sie dabei sind! Los geht es in der Hegestraße 17. Dort sitzen wir. Es geht weiter Richtung Westen bis zum Lehmweg. Dann auf der anderen Straßenseite zurück. So der Plan.

Silbermine

Seit 35 Jahren am gleichen Ort

Aus 925er Silber, 900er Gold und wunderschönen Edelsteinen entstehen in eigener Werkstatt sorgfältig gefertigte Schmuckstücke. Schauen Sie herein und entdecken Sie, wie edel und zeitlos unsere mit viel Geschick, handwerklichem Können und Liebe erstellten Arbeiten sind.

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Frauke Zeiger

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Henry Christ

400 Boutiquen in 19 Ländern

Henning Kunstreich und Christian Holst sind die Gesichter hinter dem deutschen Modelabel Henry Christ – Henning wurde zu »Henry« und Christian zu »Christ«. Henry Christ bietet Kleidung für den Alltag, ohne dabei alltäglich zu wirken – die Marke vereint tragbare, komfortable Designs mit hochwertigsten, luxuriösen Materialien. Kaschmirstrickpullover, Seidenblusen und einzigartige Tuchkreationen repräsentieren das Herzstück der Marke. 2009 gegründet führen heute bereits über 400 exklusive Boutiquen in 19 Ländern Henry Christ.

HENRY CHRIST HAMBURG
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 Großbäckerei Heide …

… es gibt sie nicht mehr

»Großbäckerei und Mühle an der Hegestraße

1899 aus einer kleinen Gruppe hervorgegangen, entwickelte sich die »Produktion« im Laufe der Zeit zu einer großen genossenschaftlichen Gemeinschaft, die sich in ihren frühen Jahren als »Schutz- und Trutzbund der kleinen Leute« erwies, die sich »in gemeinsamer Arbeit ein starkes Bollwerk gegen wirtschaftliche Bedrängnis und soziale Not« schufen.

Zwischen 1924 und 1930 eröffnete die »Produktion« über 200 neue Läden in Hamburg, so dass sie insgesamt fast 500 Verteilungsstellen erreichte, in denen die Mitglieder alles kaufen konnten, was sie für ihren Haushalt brauchten. Ein großer Teil dieser Waren wurde in eigenen Betrieben hergestellt. »Es gab praktisch nichts, was der Genossenschafter nicht durch sein eigenes Unternehmen zu kaufen in der Lage gewesen wäre. «

So war die Großschlachterei einer der größten Betriebe seiner Art in Europa. Hinzu kamen vier Bäckereien, zwei Molkereien, eine Kaffeerösterei, eine Mineralwasserfabrik und Bierabfüllerei, eine Möbelfabrik, eine chemisch technische Fabrik, eine Ziegelei, ein Landgut sowie große Werkstätten.

Mit 5000 Mitarbeitern hatte sich die »Pro« zu einem der größten Arbeitgeber in der Hansestadt entwickelt. Sogar eine Sparkasse hatte sich die Genossenschaft zugelegt. (Postelt 1949, S. 17 f.)

Auch die erwähnten Bäckereien waren Großbetriebe. Einer davon entstand in der Hegestraße. »Als im Jahre 1903 der erste Bäckereibetrieb in der Wendenstraße eröffnet wurde, mussten auch Gegner anerkennen, dass damit Hamburg seinen modernsten und größten Betrieb dieser Art erhalten habe. Acht Jahre später übertraf die ,Produktion’ ihre eigene Leistung durch die Errichtung einer Großbäckerei in der Hegestraße. Krieg und Inflation hielten die Entwicklung auf. Der Betrieb in der Wendenstraße wurde geschlossen und in den folgenden Jahren genügte die Bäckerei in der Hegestraße, um den durch gesetzliche Regelung und mangelnde Kaufkraft beschränkten Bedarf der Mitglieder zu befriedigen,  teilte die «Pro» in ihrem »Führer durch die Bäckerei 3« mit.

Der Herstellungsprozess des Brotes umfasste das ganze 1911 errichtete Fabrikgebäude. Im fünften Stockwerk befand sich der Mehlboden, von dem das Mehl in die Silos im vierten Stock und von dort in die Teigmengmaschinen in der dritten Etage gelangte. Nach der Bearbeitung in diesen Maschinen fiel der Teig in das zweite Stockwerk. Hier und im ersten Stock befanden sich die Teigteilmaschinen sowie 24 Doppelauszugöfen, die den für den Backprozess zubereiteten Teig aufnahmen. Drei automatische Rundstücköfen produzierten 36 000 Brötchen in der Stunde. Die tägliche Brotproduktion belief sich auf stattliche 30 000 Stück.

Im August 1914 baute die »Produktion« die alte Bäckerei für andere Zwecke um und errichtete zwei Jahre später im vierten Stock der neuen Bäckerei eine Keksfabrik. Einen bedeutenden Umfang nahm auch die Konditorei an.

»Nachdem die Vorteile erkannt waren, die eine eigene Ausmahlung des Roggens für den Betrieb und für die Güte des Brotes besitzt, hielt man die Angliederung eines Mühlenbetriebs an die Bäckerei für dringend geboten. 1916 wurde diese Mühle erbaut und am 22. August in Betrieb genommen. Das am lsebekkanal gelegene, mit der Bäckerei verbundene Gebäude besteht aus Keller, Erdgeschoß und fünf Stockwerken.«

Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernahmen, hatten genossenschaftliche Vorstellungen keine Chancen mehr. Schnell machten die Nazis Betriebe und Läden der »Pro« dicht. Das betraf natürlich auch die Brotfabrik in der Hegestraße. Adolf Heide, der Betriebsleiter alle »Pro«-Bäckereibetriebe, machte sich daraufhin selbständig und pachtete die hiesige Fabrikation, wie sein Sohn Gerd berichtet.

Mit seiner Frau und vier Angestellten fertigte Adolf Heide auf den beiden unteren Etagen nun »Heide-Brot«. Die anderen Stockwerke wurden vermietet. Das benachbarte Wohnhaus Hegestr. 28–32, das die »Pro« seinerzeit für ihre Mitarbeiter hatte errichten lassen, übernahm er nicht.

Während des Zweiten Weltkrieges stellte »Heide-Brot« als Vertragsbäckerei Kommisbrot für die Wehrmac ht her. Bei den Luftangriffen hatte das Gebäude lediglich Glasschäden davonge­tragen.

Gerd Heide (Jahrgang 1927) war nach einer Bäckerlehre und einigen Auslandsaufenthalten in die Firma eingestiegen, um sie 1952 zu übernehmen. Sie beschäftigte damals 150 Mitarbeiter. Da seine Kinder den Betrieb später nicht weiterführen wollten, blieb ihm nichts anderes übrig, als das immer noch stattliche Unternehmen mit 80 Beschäftigten und zahlreichen Firmenwagen 1974 zu schließen, zumal sich die Anlieferung von Rohstoffen und der Vertrieb von Backwaren bei rapide wachsendem Verkehr als immer schwieriger gestaltete. Außerdem klagten die Nachbarn über Lärmbelästigung.

Gerd Heide behielt jedoch das große Gebäude und vermietete die Etagen nach und nach. Bis heute verwaltet er das Gebäude, in dessen Parterre ein Discounter und, wie könnte es anders sein, eine Bäckerei ihre Kunden bedienen. Weitere Firmen sind in den anderen Stockwerken tätig.

Gerd Heide denkt sehr gern an seine Kindheit zurück, an die Zeit, als er mit Freunden unter anderem im lsebekkanal schwamm, paddelte und im Winter, wenn das Wasser zugefroren war, Schlittschuh lief. »Für uns Kinder war Eppendorf ein Paradies.«

Das Fabrikgebäude mit einer im Eisen­betonskelettbau gestalteten und mit Volutengiebeln versehenen Fassade ist heute ein Denkmal.«

Danksagung

tornierDer Text stammt von Klaus Tornier, Autor des Buches »Hamburg-Hoheluft: Der Jahrhundert-Stadtteil«. Wir sind dankbar, dass wir ihn auf unserer Seite übernehmen durften, stellt er doch – angesichts der im Juni 2016 durchgeführten Renovierung des Gebäudes (Augen hoch !) – ein wichtiges zeitgeschichtliches Moment zur Verfügung.

Und das Buch hat noch mehr davon. 200 Meter weiter finden Sie Heimann. Dort können Sie es erwerben.

Umland Eppendorf

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